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Stromverbrauch beim Durchlauferhitzer – Tipps für die Berechnung und zum Energiesparen [+Beispiele mit 1-4 Personen Haushalten]

Die wichtigsten Punkte im Überblick:
  • Der Stromverbrauch eines Durchlauferhitzers ist von mehreren Faktoren abhängig, die alle einen Einfluss auf den Gesamtverbrauch des Haushalts haben
  • Während das Händewaschen beinahe keinen Strom verbraucht und Kosten verursacht, belastet das tägliche Duschen mit circa 1,50 € den Geldbeutel
  • Der Stromverbrauch eines Durchlauferhitzers ist mit einigen Tricks auf ein Minimum reduzierbar, ohne erhebliche Einbußen im Komfort zu verspüren
  • Der ungefähren Stromkosten lassen sich mit der Formel Heizleistung (Kilowatt) x Durchflussmenge (in Liter) x Zeit (in Stunden) x Tarifpreis (Cent/Kilowattstunde) berechnen

Die besten Tipps zum Strom sparen beim Einsatz eines Durchlauferhitzers

Der Strompreis steigt jährlich und ist auf einem neuen Rekordhoch. Jeder angeschlossene Verbraucher kann eine Kostenfalle darstellen, die sich auf der Nebenkostenabrechnung zu Beginn des Jahres zeigt. Eine dieser Kostenfallen ist der elektronische Durchlauferhitzer, der mit jedem Tropfen Strom verbraucht.

stromverbrauch durchlauferhitzer

Wie hoch ist der Stromverbrauch eines Durchlauferhitzers? Wie kann ich beim Einsatz Strom sparen?

Wie hoch ist der durchschnittliche Stromverbrauch bei einem Haushalt mit einer Person?

Der Stromverbrauch schwankt stark und ist abhängig von der Person, die den Durchlauferhitzer benutzt und um welches Gerät es sich handelt. Dennoch existieren Durchschnittswerte, die pro Person zur Orientierung dienen. Sie berücksichtigen eine tägliche Nutzungsausdauer von 15 Minuten und einen modernen, elektronischen Durchlauferhitzer mit einer Leistung von 21 kW.

Ein Haushalt mit nur einer Person hat einen durchschnittlichen Verbrauch von circa 1800 kWh pro Jahr.

Stromverbrauch bei einem 2-Personen-Haushalt

Ein durchschnittlicher 2-Personen-Haushalt hat einen Verbrauch von circa 3700 kWh pro Jahr.

Stromverbrauch bei Haushalten mit 3-4 Personen

Der Stromverbrauch von Haushalten mit drei bis vier Personen beträgt zwischen 5500 und 7300 kWh pro Jahr.

Woraus setzt sich der Stromverbrauch zusammen?

Zwar geht das durchschnittliche Beispiel von einem Durchlauferhitzer mit einer gewissen Leistung und einer festgelegten Nutzungsdauer aus, aber in der Realität spielen weitere Faktoren beim Stromverbrauch des Durchlauferhitzers eine Rolle.

Das sind diese Faktoren:

Art des Durchlauferhitzers

Durchlauferhitzer sind als hydraulische, elektronische oder vollelektronische Geräte erhältlich.

Generell müsste der Verbrauch aller Arten gleich sein, da sie dieselbe Leistung haben, aber der hydraulische Durchlauferhitzer verbraucht am meisten Strom. Das ist auf seine Funktionsweise zurückzuführen, denn während der vollelektronische Durchlauferhitzer sich exakt auf die gewünschte Temperatur erwärmen kann, wird der hydraulische Durchlauferhitzer viel zu heiß.

Dabei erzeugt er Wärme, die gar nicht gefordert ist, was zu einem höheren Stromverbrauch führt. Er erwärmt das Wasser immer auf den Maximalwert, sodass Sie es mit Kaltwasser mischen müssen, um die Wunschtemperatur zu nutzen.

Leistung

Der zweite Stromverbrauchsfaktor ist die Leistung des Geräts. Ein Durchlauferhitzer, ob elektronisch oder hydraulisch, mit einer Leistung von nur 3,5 kW, verbraucht weniger Strom, als ein Modell, dessen Leistung bis zu 27 kW beträgt.

Wunschtemperatur

Der dritte Faktor ist die tatsächlich genutzte Energie, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Zwar kann ein Durchlauferhitzer bis zu 24 kW Leistung haben, aber um Warmwasser für ein Handwaschbecken von 26 Grad zu erzeugen, muss er die volle Leistung nicht ausnutzen.

Erst bei einer voll aufgedrehten Regendusche erreicht er seine Leistungsgrenze.

Nutzungsdauer und -häufigkeit

Die Nutzungsdauer zum Errechnen der Durchschnittswerte beträgt 15 Minuten. Das berücksichtigt den Einsatz des Durchlauferhitzers zum Duschen, Geschirrspülen und Händewaschen. Allerdings hängt der Wert auch von den Personen ab des Haushalts ab. Im einen Haushalt duschen die Personen morgens und abends, während der andere Haushalt ausschließlich mit kaltem Wasser das Geschirr spült.

Beides hat erheblichen Einfluss auf den Verbrauch. Nicht nur der Durchlauferhitzer selbst, sondern auch das Verhalten der Personen im Haushalt spart Wasser.

Leitungswassertemperatur

Die Leitungswassertemperatur schwankt zwischen fünf und 15 Grad, je nach Jahreszeit. Heißt, im Sommer muss der Durchlauferhitzer weniger Energie aufwenden, um dieselbe Temperatur wie im Winter zu erreichen. Die Temperatur des Leitungswassers können Sie ausschließlich mit einer Solarthermieanlage beeinflussen und es bereits vorgeheizt zum Durchlauferhitzer befördern, um Strom zu sparen.

Wie kann man den Stromverbrauch berechnen?

Um den Strompreis Ihres Geräts berechnen zu können, benötigen Sie drei Werte.

Diese sind:

  • Leistung des Durchlauferhitzers in Kilowatt
  • persönlicher Strompreis pro Kilowattstunde
  • Nutzungsdauer pro Minute, Stunde, Tag und Jahr

Die Leistung von Durchlauferhitzern beträgt 18, 21, 24 oder 27 kW. Die meistverkauften Geräte haben jedoch eine Leistung von 21 kW. Der aktuell durchschnittliche Strompreis beträgt 40 Cent pro kWh, Tendenz eher steigend. Die Nutzungsdauer/der durchschnittliche Wasserbedarf pro Tag beträgt 15 Minuten. Daraus ergibt sich folgende Rechnung in vier Schritten mit den Werten:

  • Leistung des Durchlauferhitzers in Kilowatt = 21 kW
  • Kosten pro Kilowattstunde in Euro = 0,4 €
  • Nutzungsdauer in Minuten = 10 Minuten

Stromkosten pro Stunde

21 kW × 0,4 kWh = 8,40 € pro Stunde

Stromkosten pro Minute

8,40 € pro Stunde / 60 Minuten = 0,14 € pro Minute

Stromkosten pro Tag

0,14 € × 15 Minuten = 2,10 € pro Tag

Stromkosten pro Jahr

2,10 € × 365 Tage = 766,50 € pro Jahr

Beispiele im Haushalt

Zwar wirkt der Verbrauch pro Jahr oder Tag erschreckend, aber dennoch können Sie daraus nicht zwingend ablesen, wie viel die einzelnen Aktivitäten im Haushalt kosten.

Alle folgenden Aktivitäten berücksichtigen einen Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde und ausschließlich den Strompreis.

Der Wasserpreis ist in der Verbrauchsrechnung nicht inbegriffen. Diesen müssen Sie individuell hinzufügen. Da Leitungswasser in Deutschland besonders günstig ist, sollte der Preis nicht zu stark vom Strompreis abweichen.

Was kostet Händewaschen?

Das Händewaschen im Badezimmer oder an einem kleinen Handwaschbecken erfolgt mit einem kleinen Durchlauferhitzer, dessen Leistung lediglich 4,4 kW beträgt. Angenommen Sie waschen sich die Hände für circa 30 Sekunden, kostet das Händewaschen umgerechnet circa 1,3 Cent.

Was kostet Spülen?

Unter der Spüle von Küchen finden sich größere Durchlauferhitzer als für kleine Waschbecken. Diese haben eine Leistung von circa 11 kW. Beim Spülen verbraucht die durchschnittliche Person circa 7 Liter Wasser und benutzt den Wasserhahn der Spüle für zwei Minuten. Ausgehend von diesen Werten kostet das Spülen circa 50 Cent pro Spülgang.

Was kostet Duschen?

An heutige Duschen sind Durchlauferhitzer mit einer Leistung von circa 24 kW angeschlossen. Sie können sogar Regenduschen mit genügend Leistung versorgen. Ausgehend von einer Duschzeit/Nutzungsdauer von zehn Minuten, kostet der Duschgang circa 1,50 €.

Was kostet Baden?

Die letzte und teuerste Aktivität ist das Baden. Auch bei ihr ist von einem Durchlauferhitzer mit mindestens 24 kW Leistung auszugehen, um das Badewasser ausreichend zu erwärmen. Eine Badewanne zu füllen, benötigt circa 15 Minuten. Daraus ergibt sich eine Nutzungsdauer von 15 Minuten und ein Preis von circa 2,30 € pro Badewannenfüllung.

Wie hoch ist der Stromverbrauch im Vergleich zu einem Boiler/Warmwasserspeicher?

Der Stromverbrauch eines Boilers bzw. Warmwasserspeichers beträgt pro Jahr circa 4000 kWh. Dieser Wert bezieht sich auf den Stromverbrauch eines Haushalts mit vier Personen.

Somit verbraucht er circa die Hälfte des Stroms eines Durchlauferhitzers. Dies ist jedoch nur möglich, wenn das Gerät ideal abgestimmt ist und sich bei Nacht ausschaltet. Andernfalls ist der Durchlauferhitzer sparsamer.

Stromverbrauch Durchlauferhitzer im Vergleich

Der Stromverbrauch eines Durchlauferhitzers im Vergleich zu anderen Elektrogeräten im Haushalt. Quelle: https://de.statista.com/

Wie lässt sich Strom beim Einsatz eines Durchlauferhitzers sparen?

Den Stromverbrauch können Sie mit folgenden Methoden reduzieren:

Vollelektronischen Durchlauferhitzer kaufen

Selbst heutzutage sind hydraulische Durchlauferhitzer noch im Einsatz, die einen deutlich höheren Stromverbrauch aufweisen als aktuelle Modelle. Letztere sind vollelektronisch, bieten einen Stromsparmodus und Sie können Ihre Wunschtemperatur für verschiedene Entnahmestellen einstellen. Zwar erhöht die Anschaffung kurzfristig die Kosten, aber langfristig sparen Sie durch den Kauf Geld.

Hydraulische Modelle entkalken

Sollten Sie sich aktuell keinen vollelektronischen Durchlauferhitzer leisten können, möchten aber dennoch beim alten Modell Strom sparen, sollten Sie das Gerät entkalken. Hydraulische Durchlauferhitzer heizen das Wasser mithilfe von Heizstäben und einem Rohrheizsystem auf. Die Rohre verkalken während des Gebrauchs, weshalb sich die Heizstäbe stärker erhitzen müssen, um die Wunschtemperatur zu produzieren.

Entkalken Sie sie hingegen, sparen Sie Geld, denn der Heizstab liegt frei und ist in direkten Kontakt mit dem Wasser. Moderne Geräte können durch ihre Blankdrahtheizung nicht mehr verkalken, sodass dieser Schritt nur bei älteren Geräten möglich ist.

Grundeinstellungen individuell abstimmen

Handelt es sich um einen modernen Durchlauferhitzer, können Sie die Temperatur exakt auf sich anpassen.

Hierzu gehen Sie duschen und stellen die Temperatur des Durchlauferhitzers auf 40 Grad ein. Wenn Sie unter der Dusche nicht nachregulieren müssen, ist die Temperatur korrekt eingestellt. Ist das Wasser zu heiß, mischt der Durchlauferhitzer Kaltwasser bei und Sie verschwenden Energie. Ist das Wasser weiterhin zu kalt, müssen Sie die Temperatur noch höher einstellen.

Eco-Modus

Trotz perfekt abgestimmter Grundeinstellungen können Sie immer zusätzlich Strom sparen. Dies ist mit dem Eco-Modus möglich, der die Leistung reduziert, ohne merkliche Komforteinbußen zu erzeugen.

Wasserhahn ,,richtig“ nutzen

Jedes Mal, wenn Sie den Wasserhahn auf der Warmwasserseite aufdrehen, springt der Durchlauferhitzer an. Er benötigt einige Sekunden, bis Sie das warme Wasser erreicht.

Drehen Sie in der Zwischenzeit den Hahn wieder zu, hat der Durchlauferhitzer umsonst Energie produziert, denn Sie nutzen das Warmwasser nicht. Drehen Sie daher die Warmwasserseite nur auf, wenn Sie den Hahn für mehrere Sekunden nutzen und Warmwasser benötigen.

Sparbrausen einsetzen

Sparbrausen, auch Sparduschköpfe genannt, verbrauchen weniger als zwölf Liter Wasser pro Minute.

Sie reduzieren die maximale Wassermenge, die durch den Durchlauferhitzer fließen kann und damit auch den Verbrauch des Geräts. Durch spezielle Düsen und der Beimischung von Luft haben Sie mit Sparduschköpfen beinahe keinen Komfortverlust.

Wasserverbrauch reduzieren

Nicht nur durch den Durchlauferhitzer selbst, sondern auch durch Ihr Verhalten können Sie Strom sparen. Wenn Sie kürzer duschen, duschen, statt baden, oder die Dusche während des Einseifens abstellen, sparen Sie Strom.

Wassertemperatur reduzieren

Statt ausschließlich den Wasserverbrauch zu reduzieren, können Sie auch die Wassertemperatur absenken. Der Durchlauferhitzer ist ab Werk auf eine weitaus höhere Temperatur eingestellt, als sie eigentlich zum komfortablen Gebrauch erforderlich ist.

Folgende Richtwerte haben beinahe keinen Einfluss auf den Komfort, sparen aber Strom:

  • Duschen 38 Grad
  • Baden 40 Grad
  • Spülen 50 Grad
  • Händewaschen 30 Grad

Timerfunktion nutzen

Die Timerfunktion ist ähnlich wie der Eco-Modus und geschaffen, um Strom zu sparen. Mit dem Timer können Sie Uhrzeiten programmieren, in denen sich der Durchlauferhitzer völlig abschaltet. Während dieser Uhrzeiten bereitet der Durchlauferhitzer kein warmes Wasser zu, wodurch Sie ihn daran hindern, unnötig Strom zu verbrauchen.

Leitungswasser vorwärmen

Die letzte Möglichkeit, um Strom zu sparen, ist das Leitungswasser zu erwärmen, bevor es zum Durchlauferhitzer gelangt. Dies ist mit einer Solarthermieanlage möglich. Sie besteht aus Rohren, die auf dem Dach installiert sind und sich durch das Sonnenlicht erwärmen. Das erwärmte Wasser gelangt zum Durchlauferhitzer, der es nur um wenige Grad aufheizen muss.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Rohre des Hauses korrekt zu isolieren. Leitungswasser gelangt vom Wasserwerk in Haushalte und hat im Sommer als auch Winter beinahe dieselbe Temperatur. Erst auf den letzten Metern verliert das Leitungswasser extrem Wärme, da die Rohre in Altbauten beinahe nicht isoliert sind.

Weiterführende Tipps, um Strom im Haushalt zu sparen (+Beispielrechnungen)

Welche Fehler sollten beim Einsatz eines Durchlauferhitzers vermieden werden?

Jede nicht genutzte Stromsparmöglichkeit ist beim Durchlauferhitzer ein Fehler. Insofern Sie keine Komforteinbußen durch die Einstellungen haben, sollten Sie jede Möglichkeit nutzen, die Ihnen Geld im Einsatz mit dem Gerät spart.

Welche Durchlauferhitzer sind besonders stromsparend?

Besonders stromsparend sind vollelektronische Modelle.

Sie können auf Temperaturschwankungen ideal eingehen, haben zahlreiche Komfort- sowie Energiesparfunktionen und erhitzen das Wasser nur auf die gewünschte Temperatur. Hydraulische Modelle hingegen haben eine Leistungsstufe und erwärmen das Wasser immer auf die maximal mögliche Temperatur.

Fazit

Der Durchlauferhitzer war früher ein Stromfresser, da er Wasser viel zu heiß erwärmt hat und bei mehreren Entnahmestellen den Dienst versagte.

Moderne und vollelektronische Modelle sind heutzutage so intelligent, dass sie selbstständig Strom sparen und so wenig Energie wie möglich verbrauchen, trotz höherem Komfort.

Mit wenigen Tricks können Sie Ihren Verbrauch sogar weiter reduzieren und den hohen Stromkosten entgegenwirken.

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